30. Januar 2020

Lernmanagementsystem Stud.IP

Stud.IP – Studienbegleitender Internetsupport von Präsenzlehre

Mit dem Open-Source-Lernmanagementsystem (LMS) Stud.IP werden Veranstaltungen von Lehrenden und Studierenden organisiert und inhaltlich gestaltet. Lehrorganisation wie die Bereitstellung von inhaltlichen Ablaufplänen und Literaturlisten, die Veröffentlichung von Ankündigungen und der Versand von Rundmails an die Teilnehmenden einer Veranstaltung sind damit für Lehrende keine Zauberei mehr. Lernprozesse der Studierenden werden digital begleitet und unterstützt. So sorgt das LMS für Orientierung, bildet aber auch die digitale Grundlage für Lehre und Studium. Es stellt damit eine Art Betriebssystem für Bildungseinrichtungen dar.


Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Lehrende verwendet die Methode „Inverted Classroom“ für ein Blended Learning-Veranstaltungsformat. Dazu erstellt sie zunächst einen (technisch relativ einfachen) Film zu den Inhalten, die sie sonst als Input in der Präsenzphase den Studierenden mitgeben würde.

Für den Film zeichnet sie an ihrem Notebook ihre Bildschirmpräsentation auf und unterlegt sie über ein Headset mit Ton. Die so entstandene Datei lädt sie in Stud.IP in das Aufgabentool „Clocked“ hoch. Ergänzend stellt sie den Studierenden in demselben Tool vertiefende Wissensfragen, die sie während oder nach dem Filmschauen beantworten können. Anhand der Antworten der Studierenden ermittelt die Lehrende, an welchen Stellen noch Übungsbedarf besteht. In der Präsenzveranstaltung werden – nach einer kurzen Wiederholungsphase im Partnergespräch – Verständnis-Fragen zum Filminhalt im Diskurs geklärt. Im nächsten Schritt lösen die Studierenden in Gruppen Aufgaben und vertiefen damit das in der Selbstlernphase erlangte Wissen. Die Lehrende geht durch die Tischreihen und unterstützt die Gruppen bei offenen Fragen. Durch die Vorbereitung in der Online-Phase arbeiten die Studierenden in der Präsenzphase motiviert und selbstständig mit und haben anschließend das Gefühl, den Stoff stärker durchdrungen zu haben.


eCULT+ begleitet Sie auf neuen Wegen
… und Stud.IP zu einem modernen Lehr- und Lernmanagementsystem

Die Mittel, die im Rahmen des BMBF geförderten Projektes eCULT und eCULT+ im Zeitraum von 10 Jahren bereitgestellt wurden, haben wesentlich dazu beigetragen, dass das Open-Source-LMS Stud.IP, dass seit 2010 an mittlerweile mind. 70 Hochschulen bundesweit im Einsatz ist, im Bereich digitale Lehre ausgebaut und weiterentwickelt wurde. Von Studierenden und Lehrenden wird dieses Werkzeug mittlerweile mehrmals täglich genutzt. Wurde Stud.IP zunächst vor allem zur Lernorganisation, für die Bereitstellung von Dokumenten und zur Kommunikation in Lehrveranstaltungen verwendet, wird es heute durch eCULT+ auch zum Bearbeiten von Aufgaben, zum gemeinsamen Schreiben von Texten und zum kollaborativen Arbeiten an bereitgestellten digitalen Lerninhalten verwendet. Durch eCULT+ konnten eDidaktische Tools wie z.B. “Clocked” (terminierbare Aufgabenstellung) konzipiert und entwickelt werden. Wichtige grundlegende LMS-Bereiche wie der Dateibereich erhielten sogar eine komplette Neuprogrammierung. Insgesamt hat Stud.IP durch eCULT+ neben dem Ausbau der Lehr- und Lernorganisation stark an eDidaktischen Funktionen dazugewonnen.

Innerhalb des Verbundprojekts und gemäß dem Open-Source-Gedanken arbeiten technische wie didaktische Expertinnen und Experten gemeinsam mit der bestehenden Stud.IP-Community (Hochschulen und andere Institutionen, Coregroup, Stud.IP e.V., ELAN e.V., data-quest) an der Weiterentwicklung des Lehr- und Lernmanagementsystems Stud.IP. Der Stud.IP e.V. organisiert hierfür zwei bis drei Workshops jährlich, in denen Community und eCULT-Mitarbeitende an ausgewählten Themen engagiert zusammenarbeiten. Daraus werden sowohl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschulen als auch aus Auftragsmitteln zahlreiche Konzepte erstellt und als Projekt umgesetzt. Neben der Verbesserung der Usability und Performance werden innovative Features wie ein Gradebook und ein Feedback-Tool umgesetzt. Beispielsweise wurde auf diesem Wege auch H5P eingebunden, das im internationalen Kontext zur Erstellung von interaktiven Lerninhalten genutzt wird. Darüber hinaus wurde mit den Konzepten zur “Inhaltsbasierten Ansicht” der Startschuss für die Arbeit am nächsten großen Schritt gegeben: dem Versionswechsel auf Stud.IP 5!

Weitere Informationen zu Stud.IP unter www.studip.de


Die Zeit nach 2020

Das LMS-Netzwerk setzt sich dafür ein, eine gemeinsame Finanzierungsquelle zu finden, mit der auch nach dem Auslaufen von eCULT+ für die Zeit nach 2020 die Zusammenarbeit zielgerichtet fortgesetzt werden kann.