19. November 2019

Videobasiertes Lehren und Lernen

Die Arbeitsgruppe videobasierte Lehre des eCULT+-Verbundprojekts dessen Kernaufgaben die Schulung, Beratung und Begleitung zur didaktisch sinnvollen Erstellung und Implementierung linearer und nichtlinearer Videos und der damit einhergehenden Vermittlung von Medienkompetenz, dem Umgang mit Vorlesungsaufzeichnungssystemen sowie die Sammlung von Tools und Methoden für Studierende und Lehrende sind, erweitert ihre Vorsätze bis zum Ende der Projektlaufzeit 2020. 

Der Einsatz von videobasierter Lehre an den Standorten des eCULT+-Projektes erfolgt häufig als Blended-Learning-Szenario zur Vor- und Nachbereitung der Präsenzphasen.

Das Ziel ist eine Mischform der Lehrveranstaltung darzustellen, die die Präsenzveranstaltungen mit den Online-Lernphasen kombiniert, um zeit- und ortsunabhängiger Reflexion und Vertiefung des eigenen Wissens der Lernenden zu fördern. In den Online-Lernphasen stärken die Lernenden sowohl durch individuelle als auch durch kooperative Übungen die in der Präsenzphase präsentierten Inhalte. Dies folgt dem Modell des Inverted-Classroom, das im eCULT+-Projekt durch die Schulungen und Beratung für die Lehrenden gefördert wird. 

Technische und organisatorische Anforderungen beim Erstellen von Lernvideos variieren abhängig von zur Verfügung stehenden Ressourcen der Universitäten. Sowohl Universitäten mit begrenzten Ressourcen, als auch jene mit großem Spielraum können sich im Bereich der videobasierten Lehre durch die unterschiedliche Aufteilung der Ressourcen aktiv bewegen. Die Standorte des eCULT+-Projektes nutzen diverse technische Lösungen zur Förderung des Einsatzes von Videos in der Lehre und bieten Unterstützung und kollegiale Beratung. Diese Kollaboration zwischen den Standorten optimiert die Nutzungsszenarien der videobasierten Lehre von niedersächsischen Hochschulen.

Da das kontinuierliche Engagement für eine stärkere Akzeptanz sowie die Schulungen zum Einsatz und der Produktion von (interaktiven) Erklärvideos mit Kamera und Smartphone in der Lehre von Verantwortlichen dankend angenommen wurde, sowie das Antreiben des Diskurses um neue Techniken wie 360°-Videos, Videoannotationen, Virtual und Augmented Reality in niedersächsischen Hochschulen erreicht wurden, sind nun weitere Ziele identifiziert. 

Der Fachbereich sieht es als seine Aufgabe an, als Experte in der Diskussion um Videos als Studienleistung und ihrer Verankerung in Curricula mitzuwirken. Um die Potentiale im Bereich Virtual und Augmented Reality für die Lehre zu vertiefen, wird eine Arbeitsgruppe geschaffen, die Schulungen in den genannten Bereichen entwickeln soll und essentielle Erkenntnisse aus der Lernforschung sammelt und zur Verfügung stellt. Speziell die Videoproduktion durch Studierende hat sich in der fortgeschrittenen Phase des Projekts eCULT+ als vielfältig attraktive Form der Kompetenzvermittlung herausgestellt. Um die Chancen und Risiken des Peer-Reviews und der Erstellung von Erklärvideos von Studierenden für Studierende zu testen, werden diese Bereiche an einzelnen Standorten in Projekten stärker in den Fokus genommen.

Für die Bearbeitung und Bereitstellung von Videos aus dem Bereich der Lehre wird im Rahmen des eCULT+-Projektes auf die frei verfügbare Plattform Opencast gesetzt, die inzwischen von einer Vielzahl von Hochschulen auf der ganzen Welt zu diesen Zwecken verwendet wird. Durch die Möglichkeit der Anbindung an gängige Learning Management Systeme (LMS) wie Stud.IP, Moodle oder Ilias müssen Lehrende beim Einsatz der Plattform als Distributionswerkzeug für ihre Aufzeichnungen nicht auf das gewohnte Look and Feel ihres LMS verzichten. Die Community getriebene Entwicklung von Opencast erlaubt es dem eCULT+-Projekt auf vielfältige Weise Einfluss auf die Weiterentwicklung der Plattform zum Beispiel durch das Einbringen neuer Ideen für innovative Features zu nehmen, durch die im eCULT+ Projekt entwickelte Szenarien aus dem Bereich der videobasierten Lehre besser unterstützt werden können. Zudem wird ein Beitrag zur Verbesserung der Plattform etwa durch das Finden und Reporten vorhandener Bugs geleistet.

Durch den produktiven Einsatz der Opencast Plattform und den Austausch mit der Opencast Community ist im eCULT+-Projekt bereits eine breite Wissensbasis zur Plattform vorhanden, die von allen Projekstandorten genutzt werden kann.


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