19. November 2019

E-Assessment

Paul war noch nie in Frankreich. Als er in Paris aus dem Bahnhof steigt, ist er völlig überfordert. Alles sieht anders aus als auf Youtube. Wie kommt er jetzt zu seinem Konzert, auf das er sich so lange gefreut hat. Er fasst sich ein Herz, spricht eine Gruppe junger Menschen an und bittet um Hilfe. „Alors, tu prends la première à droite, la deuxième à gauche et puis tu marches deux cents mètres tout droit..“ beginnt die Erklärung.

Eine typische Prüfungssituation im Fremdsprachenunterricht zu Sprachverständnis: „Beantworten Sie folgende Fragen zum beschriebenen Weg“. Der individualisierbare Einsatz von multimedialem Material, hier eines Videos, ist einer der Vorteile elektronischer Prüfungen. Weitere Vorteile sind die automatische Auswertung der Antworten und die damit einhergehende Objektivität und Schnelligkeit der Korrektur.

Das Hochschulverbundprojekt eCult hat wesentlich dazu beigetragen, solche sogenannte eAssessments an Hochschulen Norddeutschlands als anerkannte Prüfungsform zu etablieren. Ein weiteres erklärtes Ziel des Projekts ist die verstärkte Verwendung von eAssessment zum Kompetenzaufbau und zur Prüfungsvorbereitung im Sinne des constructive alignment. Die Potentiale des e-Assessment sind noch lange nicht abschließend erforscht. Zu erwähnen sind Qualitätssicherung, vermehrter Einsatz von digitalen Tools in MINT-Fächern zur Bewertung von einzelnen Lösungsschritten und die Ausgabe von automatisiertem, individualisiertem Feedback. Der Verbund macht konkrete Vorschläge zur weiteren Etablierung des e-Assessments an den Hochschulen: Lehrende an den Hochschulen sollen zunehmend im Rahmen des eCult-Projekts hochschulübergreifend geschult und beraten werden und es wird ein niedersächsisches Expert*innen-Netzwerks aufgebaut.


Bildquelle: Digitales Lernen und Lehren, Uni Göttingen